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Peinliche Auftritte

März 15th, 2009 · No Comments

Zwei verschiedene Schuhe: So und ähnlich kann es aussehen, wenn an einem Tag einmal etwas so richtig schief geht. Man verschläft, weil ein Stromausfall den Radiowecker deaktiviert hat, und man erst wach wird, etwa 20 Minuten nachdem man eigentlich in der Arbeit hätte sein sollen. Das Frühstück wird ausnahmslos gestrichen und ohne Kaffee ist man ohnehin nur ein halber Mensch, der noch dazu sein Gehirn nicht aktivieren konnte. An einem solchen Tag streikt auch der Föhn, der Stau auf dem Weg zur Arbeitsstelle ist selbstverständlich, und wenn man dann endlich in der Arbeit angekommen ist, ist es noch nicht vorbei. Man wünscht sich, im Bett geblieben zu sein, nach einem Anruf, mit welchem man den Kollegen vom Verdacht auf die ansteckende Krankheit berichtet hat. Die Kollegen blicken natürlich als erstes auf die zwei verschiedenen Schuhe und schallendes Gelächter ist die Folge.

Betrunken sollte man sich nicht in der Öffentlichkeit zeigen. Zumindest dann nicht, wenn sich Chefs, Schwiegereltern oder andere wichtige Personen in der Nähe befinden. Man neigt doch dazu, ab und zu nicht mehr Herr seiner Sinne und Gebeine zu sein, was sich in lallenden und nicht sehr ernst zu nehmenden Kommentaren widerspiegelt und außerdem in Ausfallschritten beim Tanzen oder beim Gehen bemerkbar macht. Auch hier kann es schnell zu unvergessenen Peinlichkeiten kommen, die sowohl die Chefetage, als auch die Familie niemals wieder vergessen wird.

Flecken auf dem Hemd hat man immer dann, wenn man es am wenigsten brauchen kann. Man kann das ganze Jahr, an jedem der 365 Tage vernünftig und wohlerzogen essen. Garantiert kommt es jedoch an dem einen einzigen Tag, an welchem man sich anständig benehmen sollte, weil man ein Date mit der Traumfrau hat, oder an einem wichtigen Geschäftsessen teilnehmen soll, zum peinlichen Eklat. Noch Glück hat man, wenn die Kartoffel nur so in die Soße fällt, dass man nur das eigene Hemd verfleckt. Schlimmer ist, es, den Wein auf dem Anzug vom Chef oder auf dem Kostüm der Traumfrau zu verschütten, oder gar mit irgendwelchen Lebensmitteln, die partout nicht an der Gabel haften wollen, nach diesen Personen zu schmeißen. Auch hier wird man nicht nur auf den Stoffen bleibenden Eindruck hinterlassen.

Offene Hosentüren kommen dieser Peinlichkeit schon fast gleich. Man kann noch so forsch und selbstbewusst sein, wenn man einen Vortrag vor Kollegen halten soll; ist die Hosentüre offen, hat man eigentlich alle Lacher schon auf seiner Seite, und das liegt sicher nicht am Humor im Vortrag. Auch, wenn ein Gentleman eine Dame zum Tanz holen will, sollte er nicht nur das Sakko schließen, sondern auch kurz und dezent überprüfen, ob auch wirklich alle Öffnungen der Kleidung geschlossen sind. Manches Lachen in den Augen der Frauen ist nicht in der Freude begründet, zum Tanz geholt zu werden. Politiker, die im Gothic Shop einkaufen, wird es eher selten geben aber dafür solche, die absolut daneben greifen, was die Kleidung für ihre öffentliche Arbeit betrifft. Auch viele Stars fallen des Öfteren durch peinliche Kleidungsauswahl auf, wenn sie nicht gerade durch andere Affären von sich reden machen.

Verschiedenfarbige Socken können ebensolche Peinlichkeit hinterlassen; doch manchmal ist man einfach gedanklich ganz woanders, und so im Stress, dass man einfach nicht darauf achtet, welche Socken man sich noch schnell von der Leine holt, bevor man in die Öffentlichkeit geht. Solche Ereignisse werden ebenso lange in den Erinnerungen aller Bekannten bestehen bleiben, wie ein schlafender Wirtschaftsminister oder der Nachbar, der in der Kirche laut geschnarcht hat. Einschlafen in der Öffentlichkeit ist immer peinlich, egal, ob im Bundestag, auf einer Theaterpremiere, im Hörsaal oder in der Schule. Jedem Menschen passiert einmal etwas Ähnliches. Man sollte zugeben, dass man nicht fehlerfrei ist, und zusammen mit denen, die die Peinlichkeit entdeckt haben, darüber lachen.